Ölauszüge stehen im Kräuterschrank, daneben warten die kleinen Flaschen mit Tinkturen. Doch eine weitere Möglichkeit, Kräuter für deine DIY-Kosmetik zu nutzen, ist weniger bekannt: Kräutersole.
Dafür treffen zwei einfache Zutaten aufeinander – Wasser und Salz. Kommen ausgewählte Kräuter hinzu, entsteht eine salzhaltige Kräuterzubereitung, die du für bestimmte selbst gemachte Pflegeprodukte verwenden kannst.
Ganz so einfach wie „Kräuter in Salzwasser werfen und fertig“ ist es allerdings nicht. Kräutersole enthält Wasser und ist damit mikrobiologisch deutlich anspruchsvoller als ein wasserfreies Kräuteröl. Auch eine hohe Salzkonzentration macht nicht jede selbst gemachte Kosmetik automatisch sicher oder dauerhaft haltbar.
Wenn du Kräutersole für deine DIY-Kosmetik herstellen möchtest, solltest du deshalb wissen, was Sole eigentlich ist, welche Kräuter sich eignen, wie du sie herstellst und wo ihre Grenzen liegen.
Was ist Kräutersole?
Als Sole wird grundsätzlich Wasser bezeichnet, in dem Salz gelöst ist. Je nachdem, wie viel Salz enthalten ist, kann die Konzentration sehr unterschiedlich sein.
Für eine Kräutersole wird diese Salzlösung mit ausgewählten Kräutern beziehungsweise einem Kräuterauszug kombiniert.
Das Prinzip unterscheidet sich damit deutlich vom Kräuterölauszug und von der Tinktur.
Beim Kräuteröl dient Fett als Extraktionsmedium. Bei einer Tinktur übernehmen meist Ethanol und Wasser diese Aufgabe. Bei Kräutersole haben wir dagegen eine wässrige, salzhaltige Zubereitung.
Das ist für deine Kräuterküche interessant, weil Wasser andere Pflanzenbestandteile aufnehmen kann als Öl.
Gleichzeitig bringt das Wasser aber eine Herausforderung mit: Wasserhaltige Kosmetik ist anfälliger für mikrobiellen Verderb.
Kräutersole, Kräuteröl und Tinktur – wo liegt der Unterschied?
Mit verschiedenen Auszugsmitteln erhältst du nicht einfach unterschiedliche Versionen desselben Kräuterprodukts. Wasser, Öl und Alkohol besitzen unterschiedliche Lösungseigenschaften.
| Zubereitung | Grundlage | Charakter | Typische kosmetische Verwendung |
|---|---|---|---|
| Kräuterölauszug | Pflanzenöl | wasserfrei und fetthaltig | Salben, Balsame, Körper- und Haaröle |
| Kräutertinktur | Ethanol/Wasser | alkoholisch | Tonics und ausgewählte Rezepturen |
| Kräuteraufguss | Wasser | wässrig | kurzfristige DIY-Anwendungen |
| Kräutersole | Wasser und Salz | wässrig und salzhaltig | Bäder, Fußpflege, Spülungen und ausgewählte DIY-Produkte |
| Hydrolat | Destillationsprodukt | wässrig | Gesichtswasser, Sprays und Emulsionen |
Die verschiedenen Verfahren ergänzen sich also. Welche Zubereitung du wählst, hängt davon ab, welche Pflanze du verwendest und was du anschließend daraus herstellen möchtest.
Was ist eigentlich Sole?
Bevor die Kräuter ins Spiel kommen, sollten wir uns die Grundlage anschauen.
Sole besteht aus Wasser und gelöstem Salz. Du kannst dabei Lösungen mit unterschiedlicher Salzkonzentration herstellen.
Eine gesättigte Kochsalzlösung enthält bei Raumtemperatur ungefähr 26 Prozent Natriumchlorid. Das bedeutet allerdings nicht, dass du für Kosmetik grundsätzlich eine gesättigte Sole verwenden solltest.
Ganz im Gegenteil: Für viele Anwendungen wäre eine so hohe Salzkonzentration unnötig und möglicherweise unangenehm für Haut oder Kopfhaut.
Deshalb ist die Frage nicht nur:
Wie stelle ich Sole her?
Sondern vor allem:
Wie konzentriert soll die Sole für meine geplante Anwendung sein?
Welches Salz eignet sich für Kräutersole?
Für DIY-Kosmetik brauchst du kein geheimnisvolles Salz vom Ende der Welt.
Chemisch betrachtet ist für eine klassische Sole vor allem Natriumchlorid entscheidend.
Du kannst beispielsweise ein möglichst reines Koch- beziehungsweise Meersalz ohne unnötige Zusätze verwenden. Bei speziellen Salzen solltest du immer bedenken, dass enthaltene Mineralien und Verunreinigungen die Eigenschaften einer kosmetischen Rezeptur beeinflussen können.
Buntes Salz sieht im Glas zwar hübsch aus, ist deshalb aber nicht automatisch besser für die Haut.
Wenn du dich generell für Salze in selbst gemachter Kosmetik interessierst, lohnt sich auch ein Blick auf die Unterschiede zwischen Meersalz, Kochsalz, Bittersalz beziehungsweise Epsomsalz und Natron. Sie sind chemisch keineswegs dasselbe und können nicht beliebig gegeneinander ausgetauscht werden.
Welche Kräuter eignen sich für Kräutersole?
Nicht jedes Kraut muss in jedes Kosmetikprodukt. Wähle Pflanzen passend zur vorgesehenen Anwendung und achte darauf, dass sie für die äußerliche Verwendung geeignet sind.
Rosmarin
Rosmarin passt besonders gut zum Themenbereich Haar- und Kopfhautpflege. Ein wässriger Rosmarinauszug lässt sich deshalb mit einer milden Salzlösung kombinieren.
Lavendel
Lavendelblüten sind ein Klassiker der Kräuterkosmetik. Sie können für Bäder, Fußbäder und verschiedene äußerliche Anwendungen interessant sein.
Kamille
Kamillenblüten werden traditionell für Hautpflege verwendet. Menschen mit einer bekannten Empfindlichkeit gegenüber Korbblütlern sollten allerdings vorsichtig sein.
Ringelblume
Ringelblumen kennst du vielleicht vor allem aus Ölauszügen und Salben. Die Blüten lassen sich jedoch auch wässrig ausziehen.
Salbei
Salbei ist insbesondere für Fußpflege und bestimmte Deo-Rezepturen interessant.
Brennnessel
Brennnessel passt sehr gut in die Kräuterhexenküche für die Haare. Für wässrige Zubereitungen können vor allem die Blätter verwendet werden.
Minze
Minze vermittelt in Pflegeprodukten ein frisches Gefühl. Beachte allerdings, dass empfindliche Haut nicht jede Pflanzenzubereitung gleichermaßen gut verträgt.
Frische oder getrocknete Kräuter?
Für eine Kräutersole kannst du grundsätzlich sowohl frische als auch getrocknete Kräuter verwenden.
Da du ohnehin mit Wasser arbeitest, stellt die natürliche Pflanzenfeuchtigkeit nicht dasselbe Problem dar wie bei einem Kräuterölauszug.
Trotzdem bevorzuge ich für einfache DIY-Rezepturen häufig getrocknete Kräuter. Zumal frische Kräuter auch nur in der Gartensaison da sind.
Sie lassen sich genauer dosieren, sind ganzjährig verfügbar und ihre Qualität ist bei sachgerechter Lagerung vergleichsweise gut reproduzierbar.
Bei selbst gesammelten frischen Kräutern musst du dagegen besonders auf eindeutige Pflanzenbestimmung und Sauberkeit achten.
Pflücke außerdem nicht einfach irgendwo am Straßenrand. Staub, Abgase, Hundewiesen und Kräuterkosmetik sind keine besonders zauberhafte Kombination.
Wie kannst du Kräutersole selber machen?
Es gibt verschiedene Möglichkeiten. Für DIY-Kosmetik ist eine einfache Methode besonders praktisch: Du stellst zunächst einen wässrigen Kräuterauszug her und löst anschließend eine definierte Menge Salz darin.
Das hat einen großen Vorteil: Du kannst die Salzkonzentration kontrollieren.
Kräutersole herstellen – die Grundmethode
Das brauchst du
Für einen einfachen Ansatz benötigst du:
- ausgewählte getrocknete Kräuter
- abgekochtes oder für Kosmetik geeignetes Wasser
- Salz
- einen hitzebeständigen Behälter
- einen Filter oder ein feines Tuch
- eine Waage
- ein sauberes Gefäß für die fertige Sole
Eine Waage ist wichtiger, als es zunächst klingt. „Eine Prise Salz auf eine Tasse Wasser“ ist zwar küchentauglich, aber keine besonders reproduzierbare kosmetische Rezeptur.
Schritt 1: Kräuter vorbereiten
Zerkleinere die getrockneten Kräuter etwas. Dadurch vergrößerst du ihre Oberfläche.
Du musst daraus kein Pulver machen. Sehr fein gemahlene Pflanzenbestandteile erschweren später nur das Filtern.
Schritt 2: Kräuter mit Wasser übergießen
Stelle zunächst einen kräftigen Kräuteraufguss her.
Übergieße das Pflanzenmaterial mit heißem Wasser und lasse es abgedeckt ziehen. Wie lange die Extraktion dauern sollte, hängt von der verwendeten Pflanze und dem Pflanzenteil ab.
Blüten und Blätter lassen sich meist schneller wässrig extrahieren als harte Wurzeln oder Rinden.
Schritt 3: Kräuter sorgfältig abfiltern
Filtere anschließend sämtliche Pflanzenteile aus der Flüssigkeit.
Je weniger Pflanzenreste später in deiner Kräutersole schwimmen, desto besser.
Schritt 4: Salz abwiegen
Nun kommt das Salz hinzu.
Wie viel du benötigst, hängt von der gewünschten Konzentration und Anwendung ab.
Wenn du beispielsweise eine 1-prozentige Salzlösung herstellen möchtest, enthält eine Gesamtmenge von 100 Gramm Produkt 1 Gramm Salz.
Für 100 Gramm einer 2-prozentigen Lösung benötigst du entsprechend 2 Gramm Salz.
Das Arbeiten in Prozent macht deine DIY-Rezepte wesentlich leichter reproduzierbar.
Schritt 5: Salz vollständig lösen
Rühre das abgewogene Salz in den noch warmen Kräuterauszug, bis es sich vollständig gelöst hat.
Lasse die Mischung anschließend abkühlen.
Jetzt besitzt du eine einfache Kräutersole.
Doch bevor du sie in den Badezimmerschrank stellst und für die nächsten sechs Monate vergisst, müssen wir über ein wichtiges Thema sprechen.
Konserviert Salz die Kräutersole?
Salz wird seit Jahrhunderten zur Haltbarmachung von Lebensmitteln verwendet. Daraus entsteht schnell die Vorstellung:
Salz konserviert – also ist meine Kräutersole automatisch haltbar.
Für DIY-Kosmetik ist diese Schlussfolgerung gefährlich vereinfacht.
Natriumchlorid kann bei ausreichend hoher Konzentration die Wasseraktivität reduzieren und dadurch das Wachstum bestimmter Mikroorganismen hemmen. Das bedeutet aber nicht, dass jede salzhaltige Lösung automatisch mikrobiologisch sicher ist.
Gerade eine milde Sole mit beispielsweise ein oder zwei Prozent Salz enthält immer noch sehr viel verfügbares Wasser.
Hinzu kommen die Kräuter. Sie bringen organische Bestandteile in die Flüssigkeit, die Mikroorganismen durchaus interessant finden können.
Eine schwach konzentrierte Kräutersole solltest du deshalb wie eine wasserhaltige DIY-Zubereitung behandeln und nicht darauf vertrauen, dass das Salz sie zuverlässig konserviert.
Wie lange ist selbst gemachte Kräutersole haltbar?
Hier möchte ich bewusst keine pauschale Angabe wie „vier Wochen im Kühlschrank“ machen.
Ohne mikrobiologische Prüfung lässt sich die sichere Haltbarkeit einer selbst hergestellten wasserhaltigen Kräuterzubereitung nicht zuverlässig bestimmen.
Für den Hausgebrauch ist deshalb die vernünftigste Strategie:
Stelle kleine Mengen her und verbrauche sie möglichst frisch.
Wenn du eine Kräutersole als Bestandteil eines länger haltbaren Kosmetikproduktes verwenden möchtest, braucht die gesamte Rezeptur ein geeignetes Konservierungskonzept.
Ein Kühlschrank kann mikrobielles Wachstum verlangsamen, ersetzt aber ebenfalls keine zuverlässige Konservierung.
Und bitte verlasse dich nicht ausschließlich auf deine Nase oder deine Augen. Nicht jede problematische mikrobielle Belastung macht sich sofort durch Geruch, Farbe oder sichtbaren Schimmel bemerkbar.
Kräutersole für ein Fußbad
Eine der unkompliziertesten Möglichkeiten, Kräutersole zu verwenden, ist ein Fußbad.
Hier kannst du die Kräuter sogar direkt frisch zubereiten und benötigst keine wochenlange Vorratshaltung.
Stelle beispielsweise einen kräftigen Aufguss aus Salbei und Lavendel her, gib Salz hinzu und verdünne die Mischung anschließend mit angenehm warmem Wasser.
Gerade nach einem langen Tag kann ein warmes Kräuter-Salz-Fußbad wunderbar entspannend sein.
Bei offenen Wunden oder stark gereizter Haut solltest du salzhaltige Anwendungen allerdings vermeiden beziehungsweise vorher medizinischen Rat einholen.
Kräutersole für ein Vollbad
Auch für die Badewanne kannst du Kräuter und Salz kombinieren.
Hier musst du nicht unbedingt vorher eine konzentrierte Sole herstellen. Ein Kräuteraufguss und eine geeignete Menge Salz können direkt ins Badewasser gegeben werden.
Das ist sogar besonders praktisch, weil du das Produkt unmittelbar verwendest und keine wasserhaltige Mischung aufbewahren musst.
Lavendel, Kamille oder Ringelblume bieten sich beispielsweise für solche Badezubereitungen an.
Wenn du gern mit selbst gemachten Badeprodukten experimentierst, kannst du Kräutersole als Ergänzung zu deinen DIY-Badezusätzen ausprobieren.
Kräutersole für Haare und Kopfhaut
Salzwasser wird immer wieder für Haar- und Kopfhautprodukte empfohlen. Hier solltest du allerdings nicht nach dem Motto „Meerwasser macht schließlich auch schöne Haare“ arbeiten.
Salz kann das Haar griffiger wirken lassen, gleichzeitig kann eine hohe Salzkonzentration Haare und Kopfhaut jedoch austrocknen beziehungsweise das Haargefühl deutlich verändern.
Für trockene Haare wäre eine stark salzhaltige Kräutersole deshalb keine besonders naheliegende Dauerpflege.
Wenn du mit Rosmarin oder Brennnessel arbeiten möchtest, kann ein mild formuliertes und frisch hergestelltes Kopfhautprodukt sinnvoller sein als eine konzentrierte Sole.
Beobachte dabei immer, wie deine Kopfhaut reagiert.
Kräutersole als Gesichtswasser?
Hier wäre ich zurückhaltend.
Ein mildes salzhaltiges Gesichtswasser kann für manche Hauttypen angenehm sein, aber Salz ist kein universeller Hautpflegewirkstoff.
Vor allem trockene, empfindliche oder bereits gereizte Haut kann auf salzhaltige Produkte unangenehm reagieren.
Außerdem entsteht wieder das bekannte Problem: Sobald dein Gesichtswasser aus Kräuterauszug und Wasser besteht und über längere Zeit aufbewahrt werden soll, benötigst du eine mikrobiologisch sichere Formulierung.
Für ein haltbares DIY-Gesichtswasser reicht es deshalb nicht, etwas Kräutertee mit Salz in eine hübsche Sprühflasche zu füllen.
Kräutersole für Kompressen und kurzfristige Anwendungen
Für manche DIY-Anwendungen kannst du die Kräutersole frisch herstellen und unmittelbar verwenden.
Das ist aus meiner Sicht eine der sinnvollsten Möglichkeiten für die heimische Kräuterküche.
Du stellst nur so viel her, wie du gerade benötigst, und vermeidest damit viele Probleme der längeren Lagerung.
Achte trotzdem darauf, ausschließlich saubere Materialien zu verwenden und die Zubereitung nicht auf verletzte oder entzündete Haut aufzutragen, wenn dafür keine medizinisch geeignete Lösung vorgesehen ist.
Wie viel Salz ist für DIY-Kosmetik sinnvoll?
Darauf gibt es keine einzige richtige Antwort.
Die Salzkonzentration hängt davon ab, was du herstellen möchtest.
Eine milde Kopfhautanwendung benötigt eine völlig andere Rezeptur als ein konzentriertes Fußbad. Auch ein Badesalz funktioniert nach einem anderen Prinzip als ein Gesichtstonic.
Deshalb ist es sinnvoll, in Prozent statt in Löffeln zu denken.
| Salzkonzentration | Salz pro 100 g Gesamtprodukt |
|---|---|
| 0,5 % | 0,5 g |
| 1 % | 1 g |
| 2 % | 2 g |
| 5 % | 5 g |
| 10 % | 10 g |
Die Tabelle ist keine Dosierungsempfehlung für eine bestimmte kosmetische Anwendung. Sie zeigt dir lediglich, wie du Prozentangaben in eine konkrete Menge umrechnest.
Bei höheren Konzentrationen solltest du besonders auf die Verträglichkeit achten.
Kräutersole oder Kräuteraufguss – was ist besser?
Das hängt von deinem Ziel ab.
Möchtest du lediglich wasserlösliche Bestandteile einer Pflanze für eine unmittelbar verwendete Anwendung gewinnen, reicht ein einfacher Kräuteraufguss häufig aus.
Möchtest du zusätzlich die Eigenschaften einer Salzlösung nutzen, kannst du daraus eine Kräutersole herstellen.
Das Salz macht den Kräuterauszug allerdings nicht automatisch „wirksamer“.
Es verändert lediglich die Zusammensetzung und Eigenschaften der Zubereitung.
Kräutersole oder Kräutertinktur?
Auch hier gibt es keinen Sieger.
Eine Tinktur verwendet Alkohol beziehungsweise Alkohol und Wasser als Extraktionsmittel. Dadurch kann sie andere Pflanzenbestandteile aufnehmen als ein rein wässriger Auszug.
Kräutersole enthält dagegen Salz und keinen zwingend zugesetzten Alkohol.
Für eine empfindliche Haut kann eine alkoholreiche Tinktur ungeeignet sein. Eine stark salzhaltige Sole kann allerdings ebenfalls reizen.
Entscheidend ist also immer die gesamte Rezeptur und der vorgesehene Einsatzbereich.
Kräutersole oder Kräuterölauszug?
Diese beiden Varianten unterscheiden sich noch deutlicher.
Ein Kräuterölauszug ist fettbasiert und damit hervorragend für Salben, Balsame, Körperöle und andere wasserfreie Kosmetik geeignet.
Kräutersole ist wasserbasiert und eignet sich eher für Bäder, Spülungen oder andere wässrige Anwendungen.
Wenn du eine einfache Kräutersalbe herstellen möchtest, greifst du deshalb zum Ölauszug und nicht zur Sole.
Typische Fehler beim Herstellen von Kräutersole
Fehler 1: Salz als Konservierungsmittel überschätzen
Etwas Salz macht einen Kräuteraufguss nicht automatisch haltbar. Niedrige Salzkonzentrationen reichen nicht aus, um eine wasserhaltige DIY-Rezeptur zuverlässig vor Mikroorganismen zu schützen.
Fehler 2: Nach Gefühl dosieren
Ein Esslöffel Salz kann je nach Körnung und Löffelgröße unterschiedlich viel wiegen. Arbeite deshalb mit einer Waage.
Fehler 3: Zu große Mengen herstellen
Wenn du keine konservierte und geprüfte Rezeptur verwendest, ist eine kleine frisch hergestellte Menge sinnvoller als eine große Vorratsflasche.
Fehler 4: Zu viel Salz verwenden
Mehr ist nicht automatisch besser. Hohe Salzkonzentrationen können Haut und Haare unangenehm austrocknen oder reizen.
Fehler 5: Kräuter nicht richtig filtern
Pflanzenstückchen sehen in einer durchsichtigen Flasche hübsch aus. Für die Aufbewahrung einer wasserhaltigen DIY-Zubereitung sind sie jedoch keine gute Dekoration.
Fehler 6: Kühlschrank mit Konservierung verwechseln
Kälte verlangsamt viele mikrobiologische Prozesse. Sie macht ein wasserhaltiges Produkt aber nicht steril und ersetzt kein geeignetes Konservierungssystem.
Fehler 7: Jede Pflanze bedenkenlos verwenden
Kräuter können Allergien und Hautreaktionen auslösen. Informiere dich deshalb vor der Verwendung über die jeweilige Pflanze.
Kräutersole bei empfindlicher Haut
Gerade wenn deine Haut trocken, empfindlich oder gereizt ist, solltest du vorsichtig beginnen.
Salz kann auf geschädigter Haut deutlich brennen. Auch bestimmte Kräuter können Hautreaktionen auslösen.
Teste eine neue kosmetische Zubereitung deshalb zunächst vorsichtig an einer kleinen Hautstelle.
Bei Hauterkrankungen, offenen Wunden oder anhaltenden Beschwerden gehört die Behandlung nicht in die Kräuterhexenküche, sondern in fachkundige Hände.
Kräutersole in Cremes und Lotionen verwenden
Theoretisch kannst du eine definierte Kräutersole als Bestandteil der Wasserphase einer Emulsion einsetzen.
Praktisch wird die Sache dadurch aber deutlich anspruchsvoller.
Salze können das Verhalten von Emulgatoren, Verdickungsmitteln und Konservierungssystemen beeinflussen. Manche Gelbildner verlieren beispielsweise in Gegenwart von Elektrolyten deutlich an Viskosität.
Wenn deine wunderbar cremige Lotion nach Zugabe der Sole plötzlich dünn wie Wasser wird, hat sich also nicht zwingend ein Hausgeist eingemischt.
Für komplexere DIY-Kosmetik solltest du deshalb Rezepturen verwenden, deren Rohstoffe mit der geplanten Salzkonzentration kompatibel sind.
FAQ: Kräutersole für DIY-Kosmetik
Was ist Kräutersole?
Kräutersole ist eine salzhaltige wässrige Zubereitung, die Bestandteile ausgewählter Kräuter enthält. Sie kann beispielsweise aus einem gefilterten Kräuteraufguss und einer genau abgewogenen Menge Salz hergestellt werden.
Wie stelle ich Kräutersole selber her?
Stelle zunächst einen wässrigen Kräuterauszug her und filtere die Pflanzenteile sorgfältig ab. Anschließend wiegst du die benötigte Salzmenge ab und löst sie vollständig in der Flüssigkeit.
Welche Kräuter eignen sich für Kräutersole?
Je nach Anwendung können beispielsweise Rosmarin, Lavendel, Ringelblume, Kamille, Salbei oder Brennnessel verwendet werden.
Welches Salz kann ich verwenden?
Für eine klassische Sole eignet sich ein möglichst reines Natriumchloridsalz. Spezielle Mineralsalze besitzen eine andere Zusammensetzung und sollten nicht automatisch wie Kochsalz dosiert werden.
Kann ich Kräutersole für die Haare verwenden?
Ja, milde salzhaltige Kräuterzubereitungen können beispielsweise für bestimmte Kopfhautanwendungen interessant sein. Hohe Salzkonzentrationen können Haare und Kopfhaut allerdings austrocknen und sollten deshalb nicht unkritisch verwendet werden.
Ist Kräutersole für das Gesicht geeignet?
Das hängt von Hauttyp, Salzkonzentration, verwendeter Pflanze und Gesamtformulierung ab. Besonders trockene, empfindliche oder gereizte Haut kann auf Salz unangenehm reagieren.
Konserviert Salz meine DIY-Kosmetik?
Nicht automatisch. Eine geringe Salzkonzentration reicht nicht aus, um ein wasserhaltiges Kosmetikprodukt zuverlässig zu konservieren. Soll ein Produkt länger aufbewahrt werden, benötigt es ein geeignetes Konservierungskonzept.
Wie lange ist selbst gemachte Kräutersole haltbar?
Ohne eine geprüfte Rezeptur lässt sich keine zuverlässige pauschale Haltbarkeit angeben. Für einfache unkonservierte DIY-Zubereitungen ist es sinnvoll, kleine Mengen frisch herzustellen und zeitnah zu verwenden.
Kann ich Kräutersole für ein Fußbad verwenden?
Ja. Fußbäder gehören zu den unkompliziertesten Möglichkeiten, Kräuter und Salz miteinander zu kombinieren. Du kannst die Mischung unmittelbar vor der Anwendung frisch herstellen.
Was ist besser: Kräutersole oder Tinktur?
Das hängt vom Einsatzzweck ab. Kräutersole ist eine wasser- und salzbasierte Zubereitung. Tinkturen enthalten dagegen meist Ethanol und Wasser und besitzen dadurch andere Extraktionseigenschaften.
Salz trifft Kräuterhexenküche
Kräutersole ist keine geheimnisvolle Wunderzutat. Und genau das macht sie interessant.
Du kombinierst einen wässrigen Kräuterauszug mit einer definierten Menge Salz und erhältst damit eine weitere Grundlage für deine DIY-Kräuterkosmetik. Besonders für Bäder, Fußpflege und frisch hergestellte Anwendungen lässt sich damit wunderbar experimentieren.
Dabei solltest du zwei Dinge nicht vergessen: Salz ist nicht automatisch ein ausreichendes Konservierungsmittel und mehr Salz bedeutet nicht mehr Pflege.
Stelle einfache Kräutersolen lieber frisch und in kleinen Mengen her. Möchtest du daraus länger haltbare Sprays, Tonics, Cremes oder Lotionen entwickeln, musst du die gesamte Rezeptur einschließlich Konservierung, pH-Wert und Rohstoffverträglichkeit betrachten.
Damit stehen in deiner Kräuterhexenküche nun drei ganz unterschiedliche Pflanzenauszüge: das goldene Kräuteröl, die alkoholische Kräutertinktur und die klare Kräutersole.
Drei einfache Grundideen – und jede holt auf ihre eigene Weise etwas anderes aus deinen Kräutern heraus.