verschiedene Öle für die DIY Kosmetik

Öle für DIY-Kosmetik: Welches Pflanzenöl passt zur Naturkosmetik?

Mandelöl, Jojobaöl, Arganöl, Kokosöl, Traubenkernöl – wenn du anfängst, deine Kosmetik selbst herzustellen, stehst du ziemlich schnell vor einem Regal voller Fläschchen. Und vermutlich vor der Frage: Welches davon brauche ich eigentlich?

Die gute Nachricht aus der Hexenküche: Du musst dir nicht zwanzig verschiedene Öle anschaffen. Einige wenige, gut ausgewählte Pflanzenöle für DIY-Kosmetik reichen für viele Rezepte vollkommen aus. Aus ihnen kannst du Gesichtsöle, Körperöle, Haaröle, Badeöle, Lippenpflege, Salben und zahlreiche andere Pflegeprodukte herstellen.

Allerdings ist Pflanzenöl nicht gleich Pflanzenöl. Die Öle unterscheiden sich in ihrer Fettsäurezusammensetzung, ihrem Hautgefühl, ihrer Oxidationsstabilität und natürlich auch im Preis. Ein reichhaltiges Avocadoöl verhält sich auf der Haut beispielsweise ganz anders als ein leichteres Traubenkernöl.

Es lohnt sich deshalb, einen genaueren Blick in die Ölflaschen zu werfen.

Warum sind Pflanzenöle für DIY-Kosmetik so interessant?

Pflanzliche Öle bestehen überwiegend aus Triglyceriden, die wiederum verschiedene Fettsäuren enthalten. Hinzu kommen je nach Öl kleinere Mengen verschiedener Begleitstoffe.

Besonders interessant für die Hautpflege sind unter anderem Linolsäure, Ölsäure und verschiedene gesättigte Fettsäuren. Ihre jeweiligen Anteile unterscheiden sich von Pflanzenöl zu Pflanzenöl erheblich.

Das ist keineswegs nur für Chemiker interessant. Die Zusammensetzung kann beeinflussen, wie sich ein Öl auf der Haut verhält. Linolsäure spielt beispielsweise eine wichtige Rolle für die Lipidbarriere der Haut. Bei Ölen mit einem sehr hohen Ölsäureanteil ist die Sache komplizierter: Untersuchungen zeigen, dass ein hoher Ölsäureanteil insbesondere bei bereits beeinträchtigter Hautbarriere ungünstig sein kann. Bei gesunder Haut lässt sich daraus jedoch nicht automatisch ableiten, dass solche Öle problematisch sind.

Deshalb ist die einfache Regel „Öl X ist gut und Öl Y ist schlecht“ wenig hilfreich.

Pflanzenöle können außerdem einen okklusiven beziehungsweise rückfettenden Effekt haben. Vereinfacht gesagt helfen sie dabei, den Wasserverlust über die Haut zu reduzieren.

Eines können sie allerdings nicht: Wasser ersetzen.

Spendet Öl Feuchtigkeit?

Dieser Satz begegnet dir bei Kosmetik ständig:

„Das Öl spendet der Haut Feuchtigkeit.“

Genau genommen stimmt das nicht. Ein reines Pflanzenöl enthält kein Wasser und führt der Haut daher auch kein Wasser zu. Es kann jedoch dabei helfen, vorhandene Feuchtigkeit in der Haut zu halten.

Ein kleiner Trick aus der Hexenküche ist deshalb, ein Gesichts- oder Körperöl auf noch leicht feuchte Haut aufzutragen.

Bei sehr trockener Haut kann außerdem eine Kombination aus wasserhaltiger Pflege und Lipiden sinnvoller sein als ausschließlich Öl.

Pflanzenöl, Basisöl, Trägeröl und ätherisches Öl – wo liegt der Unterschied?

Diese Begriffe werden bei DIY-Kosmetik gerne durcheinandergeworfen. Dabei solltest du vor allem einen Unterschied kennen.

Pflanzenöle und Basisöle

Mandelöl, Sonnenblumenöl, Arganöl, Avocadoöl oder Traubenkernöl gehören zu den fetten Pflanzenölen. Sie verdunsten nicht einfach und hinterlassen den typischen öligen Film.

In DIY-Rezepten dienen sie häufig als Basis.

Deshalb begegnet dir auch die Bezeichnung Basisöl.

Was ist ein Trägeröl?

Trägeröl ist vor allem im Zusammenhang mit ätherischen Ölen gebräuchlich. Das Pflanzenöl dient dabei als Träger, in dem eine kleine Menge ätherisches Öl verteilt wird.

Ein klassisches Beispiel wäre Mandelöl als Basis eines Massageöls.

Ätherische Öle sind keine normalen Pflanzenöle

Lavendelöl, Pfefferminzöl oder Teebaumöl gehören in eine vollkommen andere Kategorie.

Ätherische Öle sind hochkonzentrierte Gemische flüchtiger Pflanzeninhaltsstoffe und werden in Kosmetika unter anderem als Duftstoffe eingesetzt. Das Bundesinstitut für Risikobewertung weist darauf hin, dass aufgrund ihres starken Duftes bereits geringe Mengen ausreichen und ätherische Öle in Kosmetika normalerweise stark verdünnt eingesetzt werden.

Mehr ist hier also keineswegs automatisch besser.

Welche Pflanzenöle eignen sich für selbst gemachte Naturkosmetik?

Jetzt wird das Ölregal geöffnet. Die Auswahl ist riesig, aber für eine gut ausgestattete Hexenküche reichen zunächst einige vielseitige Klassiker.

Jojobaöl – der ungewöhnliche Allrounder

Jojobaöl ist ein kleiner Schwindler. Obwohl wir es Öl nennen, handelt es sich chemisch betrachtet überwiegend um ein flüssiges Wachs.

Das bringt einen praktischen Vorteil mit sich: Jojobaöl ist vergleichsweise oxidationsstabil.

Es lässt sich für Gesichts- und Körperöle ebenso verwenden wie für Haarpflege, Lippenpflege und zahlreiche andere DIY-Rezepturen. Sein Hautgefühl ist weniger schwer als das mancher klassischer fetter Öle.

Wenn du für deine Hexenküche nur wenige Basisöle kaufen möchtest, ist Jojoba deshalb besonders vielseitig.

Mandelöl – der sanfte Klassiker

Mandelöl gehört zu den beliebtesten Basisölen für selbst gemachte Kosmetik. Es lässt sich gut verteilen, besitzt ein angenehmes Hautgefühl und eignet sich hervorragend für Körper- und Massageöle sowie als Bestandteil von Cremes und Salben.

Auch für Haarpflege kannst du Mandelöl verwenden.

Wenn du sehr empfindliche Haut oder bekannte Allergien hast, solltest du neue Rohstoffe grundsätzlich zunächst an einer kleinen Hautstelle ausprobieren.

Arganöl – für Haut und Haare

Arganöl hat sich längst vom Geheimtipp zum Klassiker im Kosmetikregal entwickelt. Das Öl enthält unter anderem Öl- und Linolsäure sowie verschiedene Begleitstoffe.

In der DIY-Kosmetik kannst du es beispielsweise für Gesichtsöle, Körperpflege oder Haarspitzen verwenden.

Du musst daraus jedoch nicht unbedingt ein Produkt aus 100 Prozent Arganöl herstellen. Schon ein Anteil Arganöl kann eine einfache Basisölmischung aufwerten. Das schont gleichzeitig den Geldbeutel, denn gutes Arganöl gehört nicht zu den billigsten Pflanzenölen.

Hagebuttenöl oder Wildrosenöl

Hagebuttenöl wird aus den Samen der Hagebutte gewonnen und darf nicht mit ätherischem Rosenöl verwechselt werden.

Es besitzt einen hohen Anteil mehrfach ungesättigter Fettsäuren und wird besonders gern in Gesichtspflege eingesetzt.

Genau diese Fettsäuren bringen allerdings einen Nachteil mit sich: Das Öl ist oxidationsempfindlicher als beispielsweise Jojoba.

Deshalb lieber kleine Mengen kaufen, kühl und dunkel lagern und nicht jahrelang im Badezimmerschrank vergessen.

Traubenkernöl – leicht und vielseitig

Traubenkernöl ist interessant, wenn dir sehr reichhaltige Öle unangenehm sind. Es lässt sich gut in leichte Ölmischungen integrieren und eignet sich für Gesicht, Körper und Haarpflege.

Sein hoher Anteil ungesättigter Fettsäuren macht es gleichzeitig empfindlicher gegenüber Oxidation.

Eine Mischung aus einem leichteren, empfindlicheren Öl und einem stabileren Basisöl kann deshalb praktisch sein.

Aprikosenkernöl – nicht nur für empfindliche Nasen

Aprikosenkernöl erinnert in seinen Einsatzmöglichkeiten ein wenig an Mandelöl. Es besitzt ein angenehm mildes Hautgefühl und lässt sich für Gesichts-, Körper- und Massageöle verwenden.

Auch in Lippenpflege oder Cremes kann es eingesetzt werden.

Avocadoöl – wenn es reichhaltiger sein darf

Avocadoöl gehört eher zur üppigen Abteilung der Hexenküche.

Es eignet sich besonders für reichhaltige Körperöle, Salben, Cremes und Pflegeprodukte für trockene Haut. Auch für trockene Haarlängen und Spitzen kann es interessant sein.

Wenn du leichte Pflege bevorzugst, solltest du Avocadoöl eher mit leichteren Ölen kombinieren, statt es ausschließlich zu verwenden.

Hanföl – ein empfindliches Schätzchen

Hanföl besitzt ein interessantes Fettsäureprofil mit einem hohen Anteil mehrfach ungesättigter Fettsäuren.

Das macht es für DIY-Hautpflege interessant, aber auch empfindlich.

Hanföl solltest du deshalb vor Licht, Wärme und Sauerstoff schützen und lieber in kleineren Mengen kaufen. Für eine DIY-Ölmischung kannst du es mit einem stabileren Öl kombinieren.

Nachtkerzenöl – lieber als Ergänzung

Nachtkerzenöl enthält unter anderem Linolsäure und Gamma-Linolensäure. Statt daraus ein komplettes Körperöl herzustellen, kannst du es als ergänzendes Öl in einer Mischung verwenden.

Das hat zwei Vorteile: Nachtkerzenöl ist relativ kostspielig und gehört nicht gerade zu den stabilsten Ölen im Schrank.

Kokosöl – praktisch, aber kein Universalöl

Kokosöl hat in der Naturkosmetik fast schon Kultstatus erreicht. Es ist relativ oxidationsstabil, leicht erhältlich und lässt sich hervorragend für Körperpflege, Lippenpflege, Haarpflege und feste Kosmetikprodukte verwenden.

Trotzdem ist Kokosöl nicht automatisch das beste Öl für jedes Gesicht.

Manche Menschen mögen das Hautgefühl, andere empfinden es als zu schwer. Bei zu Unreinheiten neigender Haut solltest du ausprobieren, ob deine Haut damit zurechtkommt, statt dich auf pauschale Komedogenitätslisten zu verlassen.

Für Haarpflege ist Kokosöl ebenfalls interessant. Gerade bei feinem Haar solltest du jedoch sehr sparsam dosieren – sonst wird aus glänzendem Haar ziemlich schnell eine beeindruckende Specksträhne.

Olivenöl – darf das aus der Küche ins Badezimmer?

Natürlich darf unser mediterranes Küchenöl nicht fehlen.

Olivenöl lässt sich grundsätzlich auch kosmetisch verwenden. Es ist leicht erhältlich und eignet sich beispielsweise für Körperpflege, Salben und Ölauszüge.

Für die Gesichtspflege ist es allerdings nicht automatisch die beste Wahl. Olivenöl enthält viel Ölsäure. Studien weisen darauf hin, dass ölsäurereiche Öle bei bereits gestörter oder entzündlich veränderter Hautbarriere ungünstig sein können.

Außerdem besitzt Olivenöl einen deutlichen Eigengeruch und fühlt sich vergleichsweise schwer an.

Sonnenblumenöl – viel zu schade nur für die Pfanne

Sonnenblumenöl wird bei DIY-Kosmetik häufig unterschätzt.

Dabei kann insbesondere linolsäurereiches Sonnenblumenöl eine interessante und preiswerte Grundlage für selbst gemachte Hautpflege sein.

Achte allerdings auf die Sorte. High-Oleic-Sonnenblumenöl besitzt eine andere Fettsäurezusammensetzung als klassisches linolsäurereiches Sonnenblumenöl.

Rizinusöl – dickflüssiger Spezialist

Rizinusöl unterscheidet sich schon beim ersten Anfassen deutlich von vielen anderen Pflanzenölen: Es ist dickflüssig und klebrig.

Pur ist das nicht jedermanns Sache.

Genau diese Eigenschaften können aber bei Lippenpflege, Reinigungsölen und verschiedenen Haarpflegeprodukten interessant sein.

Für ein klassisches Körperöl würde ich Rizinusöl eher mit leichteren Ölen mischen.

Schwarzkümmelöl – Öl mit Charakter

Schwarzkümmelöl besitzt einen sehr charakteristischen Geruch. Den einen erinnert er an Gewürze, den anderen an die Apotheke und wieder andere möchten das Fläschchen sofort zurück in den Schrank stellen.

Deshalb eignet sich das Öl eher als Bestandteil einer Mischung als als universelles Basisöl.

Auch hier gilt: Erst testen, wie deine Haut darauf reagiert.

Pflanzenöle für DIY Kosmetik im Vergleich

Pflanzenöl Besonders interessant für Vorteile Nachteile
Jojobaöl Gesicht, Körper, Haare sehr vielseitig, vergleichsweise stabil, leichtes Hautgefühl teurer als einfache Speiseöle
Mandelöl trockene und normale Haut, Körperpflege mildes Hautgefühl, vielseitig nicht für jeden Allergiker geeignet
Arganöl Gesicht, trockene Haut, Haare vielseitig, gut für Ölmischungen relativ teuer, Eigengeruch
Hagebuttenöl Gesichtspflege reich an mehrfach ungesättigten Fettsäuren oxidationsempfindlich
Traubenkernöl leichte Gesichtspflege, Mischungen leichtes Hautgefühl oxidationsempfindlicher
Aprikosenkernöl Gesicht und Körper mild, vielseitig häufig teurer als Mandelöl
Avocadoöl trockene Haut, Körper, Haare reichhaltig, gut für intensive Pflege für manche Haut zu schwer
Hanföl Gesicht und Ölmischungen hoher Anteil mehrfach ungesättigter Fettsäuren oxidationsempfindlich
Nachtkerzenöl als ergänzendes Pflegeöl enthält Gamma-Linolensäure teuer und oxidationsempfindlich
Kokosöl Körper, Haare, Lippenpflege stabil, günstig, vielseitig kann im Gesicht zu schwer sein
Olivenöl Körper, Salben, Ölauszüge günstig und leicht erhältlich schweres Hautgefühl, hoher Ölsäureanteil
Sonnenblumenöl Gesicht und Körper preiswert, vielseitig Fettsäureprofil unterscheidet sich je nach Sorte
Rizinusöl Lippen- und Haarpflege, Reinigungsöl haftend, dickflüssig pur sehr klebrig
Schwarzkümmelöl spezielle Öl-Mischungen interessantes Spezialöl intensiver Eigengeruch

Welches Öl passt zu welchem Hauttyp?

Die perfekte Zuordnung gibt es nicht. Haut ist individuell. Außerdem spielen Jahreszeit, Alter, Hautzustand und die restliche Pflegeroutine eine Rolle. Bei der Herstellung von Naturkosmetik solltst du das berücksichtigen.

Trotzdem kannst du dich an einigen Eigenschaften orientieren.

Öle für trockene Haut

Bei trockener Haut darf die Pflege meist etwas reichhaltiger ausfallen.

Interessant sind beispielsweise:

  • Mandelöl
  • Avocadoöl
  • Arganöl
  • Aprikosenkernöl
  • Jojoba

Du kannst leichte und reichhaltige Öle miteinander kombinieren.

Wichtig ist außerdem, trockene Haut nicht ausschließlich mit Fett zu versorgen. Sie benötigt häufig sowohl Feuchtigkeit als auch Lipide.

Öle für empfindliche, sensible Haut

Je empfindlicher deine Haut ist, desto einfacher würde ich die Rezeptur bei den Kosmetikprodukten halten.

Statt fünf Pflanzenölen, drei ätherischen Ölen und einem halben Kräutergarten reicht vielleicht ein einziges gut verträgliches Basisöl.

Mandel-, Jojoba- oder Aprikosenkernöl können Ausgangspunkte sein. Entscheidend ist jedoch deine individuelle Verträglichkeit.

Bei diagnostizierten Hauterkrankungen solltest du Experimente mit DIY-Kosmetik mit deiner Hautärztin oder deinem Hautarzt besprechen.

Öle für fettige Haut und Mischhaut

Fettige Haut braucht nicht zwangsläufig komplett fettfreie Pflege. Entscheidend sind Menge, Rezeptur und individuelle Verträglichkeit.

Leichtere Öle wie Traubenkern- oder Jojobaöl können hier angenehmer sein als sehr reichhaltige Öle.

Beginne mit wenigen Tropfen.

Öle für unreine Haut

Gerade hier kursieren unzählige Listen mit angeblich „komedogenen“ und „nicht komedogenen“ Ölen.

Solche Listen solltest du nicht als unumstößliches Gesetz betrachten. Ob ein fertiges Produkt Poren verstopft oder Unreinheiten begünstigt, hängt nicht ausschließlich von einem einzelnen Pflanzenöl ab.

Wenn deine Haut zu Unreinheiten neigt, teste eine einfache Mischung zunächst über einen begrenzten Zeitraum.

Bei Akne gehört die Behandlung dagegen in dermatologische Hände. DIY-Kosmetik ersetzt keine Aknetherapie!

Öle für reife Haut

Für reife Haut sind beispielsweise Argan-, Hagebutten-, Jojoba- oder Avocadoöl interessante Kandidaten.

Aber auch hier gilt: Kein Pflanzenöl zaubert Falten weg.

Eine gute Hautpflege kann die Haut geschmeidiger erscheinen lassen und den Feuchtigkeitsverlust reduzieren. Ein Anti-Aging-Wundertrank aus drei Tropfen Öl und etwas Mondschein bleibt dagegen im Reich der Märchen.

Welche Pflanzenöle eignen sich für die Haare?

Auch bei Haaröl gilt: Viel hilft nicht unbedingt viel.

Vor allem feines Haar kann durch schwere Öle schnell strähnig wirken.

Für trockene Haarlängen und Spitzen

Arganöl, Mandelöl, Avocadoöl oder Kokosöl kannst du beispielsweise sparsam in trockenen Haarspitzen verwenden.

Oft reichen bereits ein oder zwei Tropfen.

Für feines Haar

Hier würde ich zunächst leichtere Öle wie Jojoba oder Arganöl in sehr kleinen Mengen ausprobieren.

Für dickes, trockenes oder lockiges Haar

Hier dürfen Ölmischungen häufig etwas reichhaltiger ausfallen. Avocado-, Mandel- oder Kokosöl können interessante Kandidaten sein.

Welche Menge dein Haar verträgt, findest du allerdings nur durch Ausprobieren heraus.

Kaltgepresst oder raffiniert – was ist für DIY-Kosmetik besser?

„Kaltgepresst ist immer besser.“

Ganz so einfach ist es nicht.

Bei der Kaltpressung werden Öle ohne intensive Raffinationsprozesse gewonnen. Dadurch bleiben charakteristische Begleitstoffe, Farbe und Geruch stärker erhalten.

Das kann für DIY-Naturkosmetik interessant sein.

Raffinierte Öle besitzen dagegen häufig einen neutraleren Geruch und Geschmack. Durch die Verarbeitung verändert sich ihre Zusammensetzung teilweise, gleichzeitig können sie für bestimmte kosmetische Anwendungen praktischer sein.

Du solltest deine Entscheidung deshalb vom Rezept abhängig machen.

Für ein hochwertiges Gesichtsöl kann ein frisches natives Öl spannend sein. Bei einer Rezeptur, in der ein möglichst neutraler Geruch gewünscht ist, kann ein raffiniertes Öl Vorteile haben.

Kann ich Speiseöl für DIY-Kosmetik verwenden?

Jetzt wird es praktisch.

Musst du wirklich kosmetisches Sonnenblumenöl kaufen, wenn in deiner Küche bereits eine Flasche steht?

Nicht zwangsläufig.

Ein hochwertiges, frisches Pflanzenöl in Lebensmittelqualität und Bio-Qualität kann grundsätzlich auch für einfache DIY-Anwendungen geeignet sein. Schließlich handelt es sich nicht plötzlich um ein anderes Molekül, nur weil auf der Flasche „Kosmetik“ steht.

Allerdings solltest du genau hinschauen.

Entscheidend sind unter anderem Pflanzenart, Sorte, Gewinnungsverfahren, Reinheit, Frische und Lagerung.

Das gilt besonders für Sonnenblumenöl. Ein High-Oleic-Sonnenblumenöl unterscheidet sich in seiner Fettsäurezusammensetzung deutlich von einem linolsäurereichen Sonnenblumenöl.

Bei speziellen Kosmetikrohstoffen findest du häufig genauere Angaben über Qualität und Zusammensetzung.

Für reproduzierbare DIY-Rezepte ist das ein Vorteil.

Wie lange sind Pflanzenöle haltbar?

Auch das schönste Öl lebt nicht ewig.

Sauerstoff, Wärme und Licht fördern oxidative Veränderungen. Dabei können Geruch und Geschmack kippen – das Öl wird ranzig.

Besonders empfindlich sind häufig Öle mit einem hohen Anteil mehrfach ungesättigter Fettsäuren.

Deshalb solltest du Hagebutten-, Hanf-, Nachtkerzen- oder manche Traubenkernöle nicht in riesigen Vorratsflaschen kaufen, wenn du nur gelegentlich Kosmetik herstellst.

Pflanzenöle richtig lagern

Bewahre empfindliche Öle kühl, dunkel und gut verschlossen auf. Braunglasflaschen oder andere lichtschützende Behälter sind praktisch.

Schreib außerdem das Öffnungsdatum auf die Flasche.

Und benutze deine Nase.

Riecht ein Öl plötzlich unangenehm, stechend oder eindeutig ranzig, gehört es nicht mehr ins Gesichtsöl.

Noch ein wichtiger Punkt: Ein ranziges Öl wird durch ätherisches Lavendelöl nicht wieder frisch. Du riechst den Fehler dann vielleicht nur schlechter.

Müssen Pflanzenöle konserviert werden?

Ein reines wasserfreies Pflanzenöl benötigt normalerweise keine klassische Konservierung gegen Mikroorganismen wie eine wasserhaltige Creme.

Das bedeutet aber nicht, dass es unbegrenzt haltbar ist.

Bei Ölen ist vor allem Oxidation das Problem.

Antioxidantien wie Tocopherol können die Oxidationsstabilität einer Rezeptur unterstützen. Sie sind jedoch keine Konservierungsmittel gegen Bakterien, Hefen und Schimmelpilze.

Sobald Wasser ins Spiel kommt, gelten andere Regeln.

Wenn du Cremes, Lotionen oder andere wasserhaltige Kosmetik selbst herstellst, musst du dich deshalb mit hygienischer Herstellung und geeigneter Konservierung beschäftigen.

So kannst du verschiedene Pflanzenöle kombinieren

Hier beginnt der wirklich schöne Teil der Hexenküche.

Du musst dich nämlich nicht für ein einziges Öl entscheiden.

Ein stabiles Basisöl lässt sich beispielsweise mit kleineren Mengen empfindlicher Spezialöle kombinieren.

Mögliche Kombinationen sind:

Jojoba + Hagebuttenöl: leichte Gesichtspflege mit stabilem Basisanteil.

Mandelöl + Arganöl: eine einfache Mischung für trockene Haut oder Haarspitzen.

Jojoba + Traubenkernöl: eine leichtere Ölmischung.

Mandelöl + Avocadoöl: eine reichhaltigere Variante für trockene Körperhaut.

Beginne ruhig mit zwei Ölen.

Eine Mischung aus sieben verschiedenen Pflanzenölen klingt vielleicht beeindruckend, ist aber nicht automatisch besser. Außerdem weißt du bei einer Unverträglichkeit kaum noch, welcher Bestandteil dafür verantwortlich ist.

Wofür kannst du Pflanzenöle in DIY-Kosmetik verwenden?

Wenn du erst einmal zwei oder drei gute Basisöle im Schrank hast, kannst du damit erstaunlich viel anstellen.

Du kannst daraus unter anderem Gesichtsöl, Körperöl, Massageöl, Badeöl, Haaröl oder Haarspitzenpflege herstellen. Pflanzenöle bilden außerdem die Grundlage vieler Salben und Lippenpflegeprodukte und werden als Fettphase in Cremes und Lotionen eingesetzt.

Auch Ölmazerate sind spannend.

Dabei lässt du beispielsweise getrocknete Kräuter eine gewisse Zeit in einem geeigneten Pflanzenöl ziehen. Fettlösliche Bestandteile der Pflanze gehen dabei teilweise in das Öl über.

So entstehen klassische Kräuteröle, die du anschließend wiederum für deine DIY-Kosmetik verwenden kannst.

Und spätestens jetzt verwandelt sich dein Badezimmer endgültig in eine kleine Hexenküche.

Typische Fehler beim Umgang mit Pflanzenölen

Einer der häufigsten Fehler ist schlicht zu viel Öl. Besonders im Gesicht und in den Haaren reichen häufig wenige Tropfen.

Ein weiterer Irrtum besteht darin, Öl mit Feuchtigkeit gleichzusetzen. Öl kann den Wasserverlust reduzieren, ersetzt aber keine wasserhaltige Pflege.

Vorsicht ist außerdem bei pauschalen Aussagen wie „dieses Öl ist für jeden Hauttyp geeignet“ angebracht.

Jede Haut reagiert anders.

Auch ätherische Öle solltest du nicht nach dem Motto „ein paar Tropfen mehr können nicht schaden“ einsetzen. Sie sind hochkonzentriert und können Hautreizungen oder Sensibilisierungen verursachen.

Und schließlich solltest du empfindliche Pflanzenöle nicht monatelang warm und hell neben der Heizung lagern. Selbst die beste Qualität kann schlechte Lagerung nicht wegzaubern.

FAQ: Häufige Fragen zu Ölen für DIY-Kosmetik

Welches Öl eignet sich am besten für selbst gemachte Kosmetik?

Ein einziges bestes Öl gibt es nicht. Für den Einstieg sind vielseitige Öle wie Jojoba-, Mandel- oder Aprikosenkernöl praktisch. Welches Öl zu dir passt, hängt von Hauttyp, Rezept und gewünschtem Hautgefühl ab.

Welches Öl eignet sich für ein Gesichtsöl?

Jojoba-, Argan-, Traubenkern-, Hagebutten- oder Aprikosenkernöl können für Gesichtsöle interessant sein. Häufig ist eine Mischung verschiedener Öle sinnvoll.

Welches Pflanzenöl zieht schnell ein?

Traubenkernöl und Jojoba werden häufig als vergleichsweise leicht empfunden. Wie schnell eine Rezeptur einzieht, hängt allerdings auch von der verwendeten Menge und der gesamten Mischung ab.

Welches Öl eignet sich für trockene Haut?

Mandel-, Avocado-, Argan- oder Aprikosenkernöl sind beliebte Kandidaten für reichhaltigere Pflege. Bei trockener Haut solltest du jedoch nicht ausschließlich an Fett denken – Feuchtigkeit spielt ebenfalls eine wichtige Rolle.

Welches Öl eignet sich für fettige Haut?

Leichte Öle wie Traubenkernöl oder Jojoba können einen Versuch wert sein. Verwende zunächst nur wenige Tropfen und beobachte deine Haut.

Kann ich Olivenöl aus der Küche für Kosmetik verwenden?

Grundsätzlich kann hochwertiges Olivenöl auch kosmetisch eingesetzt werden. Für empfindliche oder bereits gestörte Haut ist es aufgrund seines hohen Ölsäureanteils jedoch nicht unbedingt die erste Wahl. Für Körperpflege, Seifen oder Ölauszüge kann es dagegen interessant sein.

Kann ich Sonnenblumenöl für DIY-Kosmetik verwenden?

Ja. Sonnenblumenöl kann ein günstiges Basisöl sein. Achte allerdings darauf, ob es sich um linolsäurereiches oder High-Oleic-Sonnenblumenöl handelt, da sich die Fettsäureprofile deutlich unterscheiden.

Was ist der Unterschied zwischen Pflanzenöl und ätherischem Öl?

Fette Pflanzenöle wie Mandel- oder Sonnenblumenöl bestehen überwiegend aus Triglyceriden und können als Basis kosmetischer Produkte dienen. Ätherische Öle bestehen dagegen aus flüchtigen Pflanzenstoffen, sind hochkonzentriert und werden in Kosmetik nur in entsprechend niedrigen Konzentrationen eingesetzt.

Muss ich Pflanzenöle konservieren?

Reine wasserfreie Öle benötigen normalerweise keine klassische Konservierung gegen Mikroorganismen. Sie können jedoch oxidieren und ranzig werden. Sobald eine DIY-Rezeptur Wasser enthält, wird das Thema mikrobiologische Konservierung relevant.

Kann ich verschiedene Pflanzenöle miteinander mischen?

Ja. Das ist sogar eine der schönsten Möglichkeiten der DIY-Kosmetik. Ein stabiles Basisöl kann beispielsweise mit einem kleineren Anteil eines empfindlicheren Spezialöls kombiniert werden.

Ein kleines Ölregal reicht für deine Hexenküche

Du brauchst keine Sammlung aus 25 exotischen Pflanzenölen, um gute DIY-Kosmetik herzustellen.

Mit Jojoba- oder Mandelöl als vielseitiger Basis, einem leichteren Öl wie Traubenkernöl und einem besonderen Öl wie Argan-, Hagebutten- oder Avocadoöl bist du bereits erstaunlich flexibel.

Viel wichtiger als die Anzahl deiner Fläschchen sind Qualität, Frische und die passende Auswahl für deine Haut und dein Rezept.

Und wenn du gerade erst anfängst, gilt sowieso eine der wichtigsten Regeln aus der Hexenküche: Rühre klein, beobachte genau und ändere immer nur eine Sache auf einmal.

So findest du mit der Zeit heraus, welche Pflanzenöle deine Haut und deine Haare tatsächlich mögen – ganz ohne Wunderöl und Zauberversprechen.

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