Mundspülung und Zahnpasta selber machen

DIY Mundspülung und Zahnpasta selber machen: 15 DIY-Rezepte für deine natürliche Zahnpflege

Ein Töpfchen Kokosöl, etwas Xylit, getrockneter Salbei und frische Minze – schon sieht der Küchentisch verdächtig nach Kräuterhexenküche aus. Warum also nicht auch Zahnpasta und Mundspülung selber machen?

Tatsächlich kannst du einige Produkte für deine Mundpflege mit wenigen Zutaten selbst herstellen. Das hat durchaus seinen Reiz: Du weißt, was in deinem Tiegel steckt, kannst Kräuter aus dem eigenen Garten verwenden und vermeidest zumindest einen Teil der üblichen Verpackungen.

Bei selbstgemachter Zahnpasta gibt es allerdings einen wichtigen Unterschied zu Shampoo, Badezusatz oder Gesichtsmaske: Deine Zähne können sich nicht einfach regenerieren, wenn ein DIY-Experiment schiefgeht. Besonders beim Thema Fluorid hört der Spaß am wilden Zusammenrühren deshalb auf.

Dieser Ratgeber zeigt dir, was bei natürlicher Zahnpflege möglich ist, welche Zutaten sich eignen und wo die Grenzen von DIY-Zahnpasta und selbstgemachtem Mundwasser liegen. Außerdem findest du 15 einfache Rezepte zum Ausprobieren.

Wichtig: Die Rezepte sind für gesunde Erwachsene gedacht und ersetzen keine zahnärztliche Beratung und professionelle Zahnreinigung. Bei Zahnfleischproblemen, Schmerzen, empfindlichen Zähnen, freiliegenden Zahnhälsen, Karies oder anderen Erkrankungen solltest du mit deiner Zahnärztin oder deinem Zahnarzt besprechen, welche Mundpflege für deine Mundgesundheit geeignet ist. Regelmäßige Zahnarztbesuche sind also unerlässlich für die allgemeine Mundgesundheit.

Zahnpasta selber machen – was steckt hinter dem DIY Trend zur Zahnreinigung?

Selbermachen ist längst nicht mehr auf Marmelade und gestrickte Socken beschränkt. Shampoo, Deo, Gesichtsmasken und sogar Waschmittel entstehen mittlerweile in heimischen Küchen. Da liegt die Idee nahe, auch Zahnpasta selber zu machen.

Die Vorteile scheinen zunächst auf der Hand zu liegen. Ein einfaches Rezept kommt mit wenigen Zutaten aus. Du kannst Geschmack und Konsistenz selbst bestimmen und deine Zahnpasta in einem wiederverwendbaren Glas aufbewahren.

Außerdem macht es schlichtweg Spaß, mit Kräutern und natürlichen Rohstoffen zu experimentieren.

Trotzdem solltest du bei DIY-Zahnpasta einen Punkt nicht vergessen: Die Aufgabe einer modernen Zahnpasta besteht nicht nur darin, Speisereste und Beläge beim Putzen zu entfernen oder für einen frischen Geschmack zu sorgen. Sie ist auch Bestandteil der Kariesprophylaxe.

Leider enthalten viele Zahncremes auch Mikroplastik. Bei selbstgemachter Zahnpasta weißt du, welche Inhaltsstoffe enthalten sind.

Kann selbstgemachte Zahnpasta normale Zahnpasta ersetzen?

Hier lautet die kurze Antwort: Eine typische selbstgemachte Zahnpasta ohne Fluorid ist kein gleichwertiger Ersatz für eine fluoridhaltige Zahnpasta.

Fluoridhaltige Zahnpasta gehört zu den wissenschaftlich gut belegten Maßnahmen zur Vorbeugung von Karies. Die aktuelle deutsche S3-Leitlinie zur Kariesprävention empfiehlt für bleibende Zähne die zweimal tägliche Verwendung einer fluoridhaltigen Zahnpasta.

Das ist besonders wichtig, wenn du im Internet auf Aussagen wie „Fluorid braucht kein Mensch“ oder „Kokosöl ersetzt normale Zahnpasta“ stößt. Für solche Behauptungen fehlt die wissenschaftliche Grundlage.

Du kannst DIY-Produkte deshalb als Ergänzung oder gelegentliche Alternative zum Zähne putzen betrachten. Möchtest du dauerhaft auf fluoridhaltige Zahnpasta verzichten, solltest du das mit deiner Zahnarztpraxis besprechen und dabei dein persönliches Kariesrisiko berücksichtigen.

Was ist Fluorid?

Fluoride sind Fluorverbindungen, die unter anderem dazu beitragen können, den Zahnschmelz widerstandsfähiger gegenüber Säureangriffen zu machen und Remineralisierungsprozesse zu unterstützen.

Nach dem Durchbruch der ersten bleibenden Zähne wird zweimal täglich eine Junior- oder Erwachsenenzahnpasta mit etwa 1.450 ppm Fluorid empfohlen.

DIY-Rezepte enthalten dieses Fluorid normalerweise nicht. Fluorid solltest du auch nicht auf eigene Faust in selbstgemachte Zahnpasta dosieren. Eine exakte und gleichmäßige Konzentration lässt sich in der heimischen Kräuterhexenküche kaum gewährleisten.

Welche Hausmittel eignen sich für DIY-Zahnpasta?

Wenn du natürliche Zahnpasta selber machen möchtest, begegnen dir immer wieder einige typische Zutaten.

Kokosöl sorgt vor allem für die Konsistenz einer Paste. Je nach Raumtemperatur ist es fest oder flüssig. Wunder solltest du davon allerdings nicht erwarten: Kokosöl macht aus einer DIY-Paste keine vollwertige Kariesprophylaxe.

Natron wird ebenfalls gern verwendet. Natriumhydrogencarbonat besitzt abrasive Eigenschaften und kann deshalb beim mechanischen Reinigen helfen. Interessanterweise gilt Natron selbst als vergleichsweise wenig abrasiv. Das bedeutet aber nicht, dass du nun kräftig mit Natron auf deinen Zähnen schrubben solltest.

Xylit, auch Birkenzucker genannt, schmeckt süß und ist nicht wie normaler Haushaltszucker kariogen. Häufig wird behauptet, Xylit verhindere Karies. Die Studienlage ist allerdings weniger eindeutig, als viele Internetseiten vermuten lassen. Ein systematischer Review von 2024 konnte einen kariespräventiven Effekt von Xylit nicht eindeutig bestätigen.

Calciumcarbonat, auch als Schlämmkreide bekannt, wird als Putzkörper eingesetzt. Bei DIY-Zahnpasta ist eine sehr feine Qualität wichtig.

Und dann kommen natürlich die Kräuter ins Spiel. Salbei, Minze, Kamille oder Thymian sorgen für Geschmack und machen aus einer schlichten Paste ein echtes Kräuterhexen-Rezept.

Zahnpasta selber machen: 7 einfache Rezepte für die Mundhygiene

Die folgenden Rezepte sind bewusst klein bemessen. Stelle lieber häufiger eine frische Portion her, statt monatelang einen großen Tiegel im Badezimmer stehen zu lassen.

1. Einfache Kokosöl-Zahnpasta mit Xylit

Für diese einfache DIY-Zahnpasta brauchst du:

  • 2 EL Kokosöl
  • 1 TL sehr fein gemahlenes Xylit

Lass das Kokosöl bei Bedarf etwas weich werden. Mahle das Xylit möglichst fein und verrühre beide Zutaten miteinander. Fülle die Mischung in ein sauberes kleines Schraubglas.

Entnimm die Zahncreme mit einem sauberen Spatel und gib eine kleine Menge auf die Zahnbürste.

Die Mischung enthält allerdings kein Fluorid und bietet deshalb nicht den belegten Kariesschutz einer fluoridhaltigen Zahnpasta.

2. Zahnpasta mit Kokosöl und Natron

Du brauchst:

  • 2 EL Kokosöl
  • ½ TL Natron
  • 1 TL fein gemahlenes Xylit

Vermische alle Zutaten sorgfältig und fülle die Paste in ein sauberes Gefäß.

Auch wenn Natron vergleichsweise wenig abrasiv sein kann, würde ich diese Variante nicht zum aggressiven Schrubben und nicht als Whitening-Kur verwenden. Bei empfindlichen Zähnen oder freiliegenden Zahnhälsen ist Zurückhaltung angesagt.

Dieses Rezept ist mein Favorit, da es relativ lange haltbar ist. Ich ergänze das Rezept noch mit Kräutertinkturen.

3. Zahnpasta mit Xylit und Schlämmkreide

Du brauchst:

  • 2 EL Kokosöl
  • 1 TL fein gemahlenes Xylit
  • ½ TL feine Schlämmkreide in geeigneter kosmetischer Qualität

Vermische zunächst die trockenen Bestandteile und arbeite anschließend das Kokosöl ein.

Schlämmkreide wirkt wie Heilerde als Putzkörper. Mehr davon macht die Zahnpasta nicht automatisch besser. Bei selbstgemachten Rezepturen kennst du außerdem keinen standardisierten RDA-Wert, wie er zur Beurteilung der Abrasivität von Zahnpasten herangezogen werden kann.

4. Kräuter-Zahnpasta mit Salbei

Für eine kleine Portion brauchst du:

  • 2 EL Kokosöl
  • 1 TL Xylit
  • eine kleine Prise sehr fein pulverisierten, getrockneten Salbei

Mische alles gründlich miteinander.

Verwende wirklich nur sehr fein gemahlenes Kräuterpulver Salbei. Grobe Pflanzenbestandteile haben zwischen Zahnbürste und Zahn nichts verloren.

5. Minz-Zahnpasta

Du brauchst:

  • 2 EL Kokosöl
  • 1 TL fein gemahlenes Xylit
  • eine kleine Prise sehr fein pulverisierte getrocknete Pfefferminze

Alles miteinander verrühren und sauber abfüllen.

Der Vorteil der Minze liegt bei diesem Rezept vor allem im Geschmack und im frischen Mundgefühl. Daraus solltest du keine medizinische Wirkung ableiten.

6. Einfache Schlämmkreide-Zahnpasta

Du brauchst:

  • 2 EL Kokosöl
  • ½–1 TL feine Schlämmkreide
  • ½ TL fein gemahlenes Xylit

Beginne mit wenig Schlämmkreide und rühre nur so viel ein, bis eine angenehme Paste entsteht.

Wenn sich das Putzen unangenehm oder „sandig“ anfühlt, solltest du die Mischung nicht weiterverwenden.

7. Einfaches Zahnputzpulver selber machen

Du möchtest lieber Zahnpulver selber machen?

Dann kannst du folgende kleine Mischung ausprobieren:

  • 2 TL fein gemahlenes Xylit
  • ½ TL Natron

Vermische beides und bewahre das Pulver absolut trocken auf.

Gib eine kleine Menge mit einem sauberen Löffel auf die angefeuchtete Zahnbürste. Tauche die nasse Zahnbürste nicht direkt in den Vorrat.

Auch dieses Zahnputzpulver ist fluoridfrei und deshalb nicht mit einer fluoridhaltigen Zahnpasta gleichzusetzen.

Mundspülung selber machen: Kräuter, Xylit & Co.

Bei Mundspülungen ist zunächst eine kleine Begriffsklärung hilfreich. Ein selbstgemachtes Kräuter-Mundwasser ist nicht dasselbe wie eine medizinische Mundspüllösung.

Eine Kräuterspülung kann angenehm schmecken und den Mund erfrischen. Sie ersetzt aber weder Zähneputzen noch Zahnseide beziehungsweise Interdentalbürsten. Und sie sollte erst recht nicht zur Selbstbehandlung von Entzündungen oder anderen Erkrankungen verwendet werden.

Fluoridhaltige Mundspüllösungen können bei bestimmten Personen zusätzlich zur Kariesprävention sinnvoll sein. Das ist etwas anderes als unser selbst aufgebrühter Salbeitee.

Welche Kräuter eignen sich für selbstgemachte Mundspülung?

Jetzt darf die Kräuterhexe tatsächlich in den Garten gehen.

Salbei gehört zu den klassischen Kräutern, die traditionell für Mund und Rachen verwendet werden. Auch Pfefferminze ist wegen ihres frischen Aromas interessant.

Kamille bringt einen milden, krautigen Geschmack mit, während Thymian deutlich kräftiger schmeckt.

Entscheidend ist jedoch: Eine Kräuter-Mundspülung ist zunächst einmal ein Kräuteraufguss für die Mundpflege. Bezeichnungen wie „heilt Zahnfleischentzündung“, „tötet Kariesbakterien“ oder „verhindert Parodontitis“ wären für ein einfaches Hausmittel nicht angebracht.

Mundspülung selber machen: 8 einfache Rezepte

Bei den folgenden Rezepten gilt eine einfache Kräuterhexen-Regel: Lieber wenig und frisch als einen großen Vorrat ansetzen.

Wasserhaltige DIY-Produkte ohne Konservierung sind mikrobiologisch empfindlich. Tinkturen für gesundes Zahnfleisch sind deutlich länger haltbar.

8. Mundspülung mit Salbei

Du brauchst:

  • 1 TL getrockneten Salbei
  • 200 ml Wasser

Übergieße den Salbei mit heißem Wasser und lasse ihn etwa 5 bis 10 Minuten ziehen. Anschließend abseihen und vollständig abkühlen lassen.

Verwende einen kleinen Schluck zum Spülen und spucke ihn anschließend aus.

9. Pfefferminz-Mundwasser selber machen

Du brauchst:

  • 1 TL getrocknete Pfefferminze
  • 200 ml Wasser

Bereite daraus wie bei einem Tee einen Aufguss zu. Abkühlen lassen, abseihen – fertig.

Diese Variante eignet sich besonders, wenn du den typischen frischen Minzgeschmack magst.

10. Mundspülung mit Xylit

Du brauchst:

  • 200 ml abgekochtes und abgekühltes Wasser
  • 1 TL Xylit

Löse das Xylit vollständig im Wasser auf.

Xylit wird häufig mit positiven Auswirkungen auf die Zahngesundheit beworben. Wissenschaftlich solltest du damit allerdings vorsichtig umgehen: Die bisherige Studienlage erlaubt nicht die einfache Aussage, eine selbstgemachte Xylit-Mundspülung verhindere Karies.

11. Mundspülung mit Natron

Du brauchst:

  • 200 ml Wasser
  • ¼ TL Natron

Löse das Natron vollständig im Wasser auf. Mit einer kleinen Menge kurz den Mund spülen und anschließend ausspucken.

Mehr Natron ist hier nicht besser. Eine DIY-Mundspülung muss nicht schmecken wie ein Schluck aus dem Chemiebaukasten.

12. Salbei-Minze-Mundspülung

Hier treffen zwei meiner liebsten Kräuter aufeinander.

Du brauchst:

  • ½ TL getrockneten Salbei
  • ½ TL getrocknete Pfefferminze
  • 200 ml Wasser

Übergieße die Kräuter mit heißem Wasser, lasse sie etwa 5 bis 10 Minuten ziehen und seihe sie anschließend sorgfältig ab.

Nach dem Abkühlen kannst du den Aufguss als Mundwasser verwenden.

13. Kamillen-Mundspülung

Du brauchst:

  • 1 TL getrocknete Kamillenblüten
  • 200 ml Wasser

Übergieße die Blüten mit heißem Wasser und lasse den Aufguss einige Minuten ziehen. Anschließend sehr sorgfältig filtern und abkühlen lassen.

Wenn du gegen Korbblütler allergisch reagierst, ist Kamille keine gute Wahl.

14. Kräuter-Mundwasser mit Salbei und Thymian

Du brauchst:

  • ½ TL Salbei
  • ½ TL Thymian
  • 250 ml Wasser

Bereite einen Kräuteraufguss zu und filtere die Pflanzenteile nach einigen Minuten vollständig heraus.

Thymian hat einen deutlich kräftigeren Geschmack als Minze oder Kamille. Beginne deshalb lieber mit einer kleinen Menge.

15. Tinkturen aus Kräutern

Sehr lange haltbar sind Tinkturen aus Kräutern. Dazu legst du Kräuter in Alkohol ein und lässt sie über mindestens 2 bis 4 Wochen ausziehen.

Du brauchst:

  • Kräuter wie Salbei, Minze oder Thymian
  • Trinkalkohol mit mindestens 40 % Alkoholgehalt

Zerkleiner die Kräuter und lege sie in den Alkohol ein und lass sie ausziehen. Die Kräuter sollen gut bedeckt sein. Als Faustformel gilt: auf 20 g Kräuter brauchst du etwa 100 ml Trinkalkohol. Bei der Verwendung gibst du nur ein paar Tropfen der Tinktur in ein Wasserglas.

Warum ich ätherische Öle nicht einfach in die DIY-Mundspülung kippen würde

Viele Rezepte für selbstgemachte Mundspülung bestehen aus Wasser und einigen Tropfen ätherischem Pfefferminz-, Teebaum- oder Nelkenöl.

Das klingt unkompliziert, hat aber einen Haken: Ätherisches Öl löst sich nicht einfach gleichmäßig in Wasser. Du kannst dadurch beim Spülen mit konzentrierten Öltröpfchen in Kontakt kommen.

Ätherische Öle sind hochkonzentrierte Stoffgemische. Für ein unkompliziertes DIY-Mundwasser bevorzuge ich deshalb einen Kräuteraufguss.

Das ist vielleicht weniger spektakulär, aber du musst nicht jedes Kraut auf die Größe eines ätherischen Öltropfens zusammenschrumpfen, damit es seinen Weg in dein Badezimmer findet.

Aktivkohle, Zitronensaft & Co.: Nicht jeder DIY-Trend gehört auf deine Zähne

Schwarze Zahnpasta mit Aktivkohle sieht auf Social Media eindrucksvoll aus. Entsprechend häufig findet man Aktivkohle in Rezepten für selbstgemachte Whitening-Zahnpasta.

Ich lasse sie hier bewusst weg.

Die wissenschaftlichen Daten liefern keinen überzeugenden Grund, Aktivkohle als DIY-Zahnaufheller zu empfehlen. Untersuchungen weisen zudem auf mögliche Probleme hinsichtlich der Abrasivität hin.

Noch deutlicher fällt meine Antwort bei Zitronensaft, Zitronensäure und anderen Säuren aus. Säuren können Zahnhartsubstanz angreifen. Ein kurzfristig heller wirkender Zahn ist den möglichen Schaden am Zahnschmelz nicht wert.

Auch Wasserstoffperoxid gehört nicht in selbst zusammengemischte Experimente zur Zahnaufhellung.

Und dann wäre da noch kolloidales Silber, das gelegentlich in vermeintlich natürlichen Rezepten auftaucht. Auch darauf kannst du für deine DIY-Mundpflege getrost verzichten.

Natürlich bedeutet eben nicht automatisch harmlos.

Wie lange ist selbstgemachte Zahnpasta haltbar?

Eine pauschale Haltbarkeit lässt sich für DIY-Zahnpasta nicht seriös angeben. Sie hängt stark von den verwendeten Zutaten und der Hygiene bei der Herstellung ab.

Wasserfreie Mischungen sind grundsätzlich weniger anfällig für mikrobielles Wachstum als Produkte mit Wasser. Trotzdem können auch sie durch Verunreinigungen verderben.

Deshalb empfehle ich dir, nur kleine Portionen herzustellen.

Verwende saubere, möglichst desinfizierte Gefäße und entnimm die Zahnpasta immer mit einem sauberen Spatel. Wenn Wasser, eine nasse Zahnbürste oder schmutzige Finger in das Glas gelangen, steigt das Risiko einer Verunreinigung.

Verändert sich Geruch, Farbe oder Konsistenz auffällig, gehört das Produkt entsorgt.

Wie lange hält selbstgemachte Mundspülung?

Bei Kräuter-Mundspülungen bin ich noch vorsichtiger.

Ein selbst gekochter Kräuteraufguss enthält Wasser und keine zuverlässige Konservierung. Stelle deshalb am besten nur so viel her, wie du sehr kurzfristig verbrauchst.

Bewahre Reste abgedeckt im Kühlschrank auf und stelle lieber spätestens am nächsten Tag eine frische Portion her. Das kostet schließlich kaum mehr Zeit als eine Tasse Tee zuzubereiten.

Anders sieht es mit Kräuterauszügen in Alkohol aus. Die Tinkturen sind sehr lange haltbar. Du solltest sie aber nur verdünnt verwenden.

Damit umgehst du gleichzeitig das schwierige Thema der Konservierung wasserhaltiger DIY-Kosmetik.

Selbstgemachte Zahnpflege und Nachhaltigkeit

Ein interessanter Aspekt von DIY-Zahnpasta und Mundwasser ist die Verpackung.

Ein kleines Glas lässt sich immer wieder verwenden. Kräuter kannst du teilweise selbst anbauen und viele Zutaten haben gleich mehrere Einsatzmöglichkeiten in deiner DIY-Kosmetik.

Trotzdem sollte Nachhaltigkeit nicht bedeuten, auf wirksame Kariesprävention zu verzichten.

Du kannst beide Welten miteinander verbinden: Verwende beispielsweise eine fluoridhaltige Zahnpasta als Basis deiner täglichen Kariesprophylaxe und experimentiere ergänzend mit einem frisch aufgebrühten Kräuter-Mundwasser.

So muss aus natürlicher Mundpflege kein Wettbewerb zwischen Kräuterwissen und moderner Zahnmedizin werden.

Häufige Fragen zu DIY-Zahnpasta und selbstgemachter Mundspülung

Kann man Zahnpasta selber machen?

Ja. Einfache Pasten lassen sich beispielsweise aus Kokosöl, Xylit und geeigneten Putzkörpern herstellen. Die meisten DIY-Rezepte enthalten allerdings kein Fluorid und bieten deshalb nicht den belegten Kariesschutz einer fluoridhaltigen Zahnpasta.

Kann selbstgemachte Zahnpasta normale Zahnpasta ersetzen?

Für die tägliche Kariesprophylaxe ist das nicht ohne Weiteres zu empfehlen. Die aktuelle deutsche Leitlinie empfiehlt das zweimal tägliche Putzen mit fluoridhaltiger Zahnpasta. Möchtest du dauerhaft fluoridfreie DIY-Zahnpasta verwenden, solltest du dein individuelles Kariesrisiko mit deiner Zahnarztpraxis besprechen.

Kann ich Zahnpasta mit Kokosöl selber machen?

Ja. Kokosöl eignet sich als Grundlage für eine streichfähige DIY-Paste. Es ersetzt jedoch nicht die kariespräventive Wirkung von Fluorid.

Ist Natron zum Zähneputzen geeignet?

Natriumhydrogencarbonat wird auch in professionell formulierten Zahnpasten eingesetzt und besitzt eine vergleichsweise geringe intrinsische Abrasivität. Bei einem DIY-Rezept fehlen allerdings standardisierte Angaben zur Gesamtabrasivität der fertigen Mischung. Verwende Natron deshalb sparsam und schrubbe deine Zähne damit nicht aggressiv.

Was bringt Xylit in selbstgemachter Zahnpasta?

Xylit schmeckt süß, ohne wie Haushaltszucker von typischen Kariesbakterien vergoren zu werden. Häufig wird Xylit darüber hinaus eine kariesvorbeugende Wirkung zugeschrieben. Die wissenschaftlichen Ergebnisse dazu sind jedoch nicht eindeutig genug, um Xylit als Ersatz für Fluorid zu betrachten.

Kann man Mundspülung selber machen?

Ja. Die einfachste Möglichkeit ist ein frisch zubereiteter Kräuteraufguss, beispielsweise aus Salbei oder Pfefferminze. Eine solche Spülung kann für Geschmack und ein frisches Mundgefühl sorgen, ist aber nicht mit einer medizinischen oder fluoridhaltigen Mundspüllösung gleichzusetzen.

Welche Kräuter eignen sich für selbstgemachtes Mundwasser?

Salbei, Pfefferminze, Kamille und Thymian sind interessante Möglichkeiten. Verwende Kräuter, die du gut verträgst, und betrachte sie nicht als Ersatz für die Behandlung von Zahn- oder Zahnfleischerkrankungen.

Wie lange ist selbstgemachte Mundspülung haltbar?

Unkonservierte wasserhaltige DIY-Produkte sind nur begrenzt haltbar. Kräuteraufgüsse solltest du möglichst frisch verwenden, Reste gekühlt lagern und spätestens am nächsten Tag ersetzen.

Kann ich ätherisches Pfefferminzöl für Mundspülung verwenden?

Ätherische Öle sind hochkonzentriert und nicht wasserlöslich. Einfach einige Tropfen Öl in ein Glas Wasser zu geben, ist deshalb keine gute Rezeptur. Ein Pfefferminzaufguss ist für ein unkompliziertes DIY-Rezept die einfachere Alternative.

Braucht Zahnpasta Fluorid?

Für die Kariesprävention besitzt Fluorid einen wissenschaftlich gut belegten Nutzen. Die deutsche S3-Leitlinie empfiehlt für bleibende Zähne zweimal täglich eine fluoridhaltige Zahnpasta. Selbstgemachte fluoridfreie Zahnpasta sollte deshalb nicht automatisch als gleichwertiger Ersatz betrachtet werden.

Zwischen Kräuterhexenküche und moderner Zahnpflege

Zahnpasta und Mundspülung selber zu machen, ist spannend – gerade wenn du gern mit Kräutern experimentierst. Salbei, Minze und Thymian bringen Abwechslung ins Badezimmer, während einfache Zutaten wie Kokosöl oder Xylit interessante DIY-Rezepturen ermöglichen.

Bei unseren Zähnen sollten wir der Natur allerdings keine Fähigkeiten andichten, die wissenschaftlich nicht belegt sind.

Eine Kokosöl-Zahnpasta wird nicht deshalb zum besseren Produkt, weil ihre Zutaten in deine Handfläche passen. Und eine Kräuter-Mundspülung wird nicht automatisch zum Heilmittel, nur weil Salbei darin schwimmt.

Vielleicht ist genau das die schönste Form moderner Kräuterhexerei: altes Pflanzenwissen ausprobieren, selbst etwas herstellen und trotzdem wissen, wann die Wissenschaft das bessere Rezept in der Schublade hat.

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