Welcher Kamm soll es sein? Kämme aus Horn, Holz oder Plastik?

Hornkamm, Holzkamm oder Plastikkamm

Wenn du in die Regale von Drogerie oder Discounter schaust, wirst du Unmengen von Kämmen entdecken. Bisher hast du sicher deinen Kamm nach dem Aussehen gewählt. Allerdings hat auch das Material eine große Bedeutung und wirkt sich auf dein Haar aus. Der Griff zum billigsten Kamm ist nicht unbedingt der Beste, denn jeder Kamm hat so seine Vor- und Nachteile.

Eine haarige Geschichte

Kämme sind das älteste Werkzeug, was für die Körperpflege verwendet wurde. Kämme sind seit über 10.000 Jahre in Verwendung. Im Römischen Reich waren sie das Symbol der Weiblichkeit. Der älteste westgermanische Kamm ist der Kamm von Friedtedt in Thüringen, der aus einem Hirschgeweih geschnitzt wurde und die Runeninschrift „kaba“ (Kamm) trägt. Einst wurden Kämme nur aus Horn oder Holz gefertigt und waren relativ weitzinkig.

Welcher Kamm ist der Richtige?

Diese Frage ist nicht einfach zu beantworten, denn jeder Kamm hat so seine Vor- und Nachteile. In den meisten Geschäften findest du heute Kunststoff-Kämme. Aber auch Kämme aus Holz und Horn sind wieder im Kommen. Wichtig ist, dass dein zukünftiger Kamm keine scharfen Kanten und Grade hat. Besonders feine Haare kommen damit gar nicht zurecht, denn sie bleiben an diesen Kanten hängen. Ein Kamm kann also durchaus für Haarbruch verantwortlich sein. Außerdem führen manche Materialien dazu, dass das Haar sich elektrostatisch auflädt.

Der Hornkamm

Gute Hornkämme sind nicht ganz preisgünstig. Dafür haben sie viele Vorteile. Horn besteht aus dem gleichen Material wie dein Haar: aus Keratin. Deshalb gleiten die Kämme wie Butter durchs Haar. Wenn du dir einmal einen guten Hornkamm zugelegt und das Kämmgefühl kennengelernt hast, wirst du keinen anderen Kamm mehr verwenden. Hornkämme sind bei guter Verarbeitung sehr glatt. Das Horn verteilt außerdem das Sebum, das Lipide, welches die Talgdrüsen der Kopfhaut produzieren, perfekt im Haar. Deine Haare werden beim regelmäßigen Kämmen ganz ohne beschwerende Pflegemittel bis in die Spitzen gepflegt. In manchen Fällen kann Horn zur elektrostatischer Aufladung der Haare führen. Das ist aber eher selten.

Das Horn für die Kämme kommt oft aus Afrika oder Asien. Das klingt auf den ersten Blick nicht sehr nachhaltig. Hornkämme sind aber kein Saisonprodukt. Die Kämme halten oft 20 bis 30 Jahre und wurden einst sogar vererbt. Die Pflege von Hornkämmen ist einfach: es genügt, wenn du den Kamm ab und zu unter lauwarmen Wasser abspülst. Eventuell kannst du etwas milde Seife verwenden. Aber bitte nicht zu viel. Zweimal im Jahr solltest du deinen Hornkamm einölen. Dazu kannst du etwas Körperöl oder Körperlotion verwenden. Ideal ist ein Hornkamm mit breitem und schmalem Zinkenabstand. Damit bist du für jede Gelegenheit gerüstet.

Der Holzkamm

Holzkämme werden aus den verschiedensten Hölzern hergestellt: Apfel, Kirsche, Hainbuche, Ahorn und noch vieles mehr ist möglich. Ein Holzkamm ist elektrostatisch neutral und gleitet sehr schonend durch nasses und trockenes Haar. Mit seinen sanften Eigenschaften ist er der perfekte Kamm für langes und kurzes Haar. Richtige Holzkämme sind nicht mit Poliermitteln behandelt. Das macht den Kamm vegan. Beim Kauf solltest du aber möglichst auf regionale Produkte achten. Der Holzkamm ist besonders schonend für das Haar, denn er verfügt über keine scharfen Kanten. Außerdem ist er extrem lange haltbar.

Bei der Wahl deines Holzkamms solltest du auf feinporige Hölzer wie Kirsche, Ahorn, Elsbeere oder Hainbuche setzen. Einölen musst du deinen Kamm nicht, da Holz das Sebum aus deinem Haar aufnimmt und gleichmäßig in die Längen verteilt. Dadurch werden deine Haare ideal gepflegt. Es genügt, wenn du ein bis zweimal im Jahr den Kamm mit etwas warmen Wasser und milder Seife reinigst und ihn anschließend auf einem Tuch trocknen lässt. Holzkämme sind sehr langlebig. Da ein Holzkamm etwa 15 bis 20 Jahre verwendet werden kann, brauchst du nicht viele Kämme in deinem Leben. Diese Langlebigkeit macht den Holzkamm besonders nachhaltig.

Der Kunststoffkamm

Kunststoff sollte nicht deine erste Wahl beim Kamm sein. Und das gleich aus mehreren Gründen. Ganz vor an steht natürlich das Material. Kunststoff befindet sich inzwischen überall auf der Welt. In den Meeren haben sich riesige Kunststoffinseln gebildet und selbst in den Tiefen der Ozeane ist Mikroplastik zu finden. Schon aus Gründen des Umweltschutzes und der Nachhaltigkeit solltest du auf Kunststoff verzichten. Obendrein ist Kunststoff aber auch nicht gut für das Haar. Durch das Gießen der Kämme entstehen Pressnähte und Kanten, die dein Haar schädigen können.

Kunststoffkämme haben aber auch die unangenehme Eigenschaft, dein Haar elektrostatisch aufzuladen. Fliegende Haare sind nervig, besonders dann, wenn du feines Haar hast. Kunststoffkämme sind aber nicht nur schlecht. Sie sind meist um einiges günstiger als der Hornkamm oder der Holzkamm und sind fast unkaputtbar.

Was es sonst noch zu sagen gibt

Beim Kauf von Kämmen lohnt es sich, auf Eigenschaften wie Nachhaltigkeit und Umweltschutz zu achten. Und genau diese Kämme sind auch die Besten für dein Haar, denn Kämme aus natürlichen Materialien pflegen deine Haare ohne diesen zu schaden. Ganz im Gegenteil, durch regelmäßiges Kämmen mit einem Holzkamm oder einem Hornkamm kannst du sogar die Verwendung von Pflegeprodukten reduzieren und du musst dein Haar seltener waschen.

0 Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

An der Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert