Haarshampoo & Co. – schäumende Versprechen mit begrenzter Wirkung

Shampoo und Haarpflege

Die bunten Flaschen mit zahlreichen Versprechen begegnen uns auf Schritt und Tritt. Schönes Haar gehört früher wie heute zu den wichtigsten Schönheitsmerkmalen. Du hast die Wahl zwischen zahlreichen Pflegeprodukten und Unmengen an Shampoos. Sie versprechen dir geschmeidiges, glänzendes und volles Haar. Aber halten die Produkte auch das, was sie versprechen? Etwas Misstrauen ist nicht der schlechteste Weg, um sich für das eine oder andere Produkt zu entscheiden.

Haare pflegen – einst und heute

Solch eine Palette an Shampoos und Haarpflegeprodukten wie Conditioner, Kuren und Haarsprays gab es früher nicht. Während wir heute die Haare fast täglich oder zumindest alle zwei Tage waschen, war das einst gar nicht möglich. Und das gleich aus vielen Gründen. Shampoo gab es natürlich nicht. Das Haar wurde mit Wasser gewaschen. Wer ausreichend Geld hatte, konnte sich auch mal eine duftende Seife leisten. Auch verdünnte Laugen aus Weinreben oder Natron, angereichter mit duftenden Kräutern, wurden zum Waschen der Haare verwendet. Gespült wurde mit Essigwasser. Das konnte sich aber nicht jeder leisten. Das Wichtigste bei Haarpflege einst war aber das Kämen. Dazu wurde ein breitzinkiger Kamm verwendet, mit dem die Knoten und Verfilzungen ausgekämmt wurden. Anschließend wurde mit einem engen Kamm nach gekämmt. Dabei wurde das körpereigene Fett Sebum über die ganze Haarlänge verteilt. Die Haare sahen glänzend und frisch aus. Wenn dir deine Oma erzählt, dass du dein Haar mit 100 Strichen kämmen musst, dann hat das schon seinen Sinn.

Heute werden die Haare mit Shampoo gewaschen, mit Conditioner und Haarkur gepflegt und mit Haarspray und Haargel in Form gebracht. Bei all den Produkten, die du in dein Haar bringst, wird es schwer und oft auch glanzlos. Dazukommt, dass es scheinbar für jedes Haar unzählige Produkte gibt. Es ist schon schwer, seinen eigenen Haartyp zu bestimmen. Noch schwerer ist es, das passende Produkt zu finden.

Shampoos sind heute Hightech-Produkte

Shampoos und Co sind hoch entwickelte Produkte für die Haarpflege. Allerdings wirken sie nicht immer so, wie sie sollen, die Werbung es verspricht oder wie du es gern hättest.

Die Forschung der Marke Henkel hat zum Beispiel herausgefunden, dass man aus Schafwolle Bruchstücke von Keratin lösen kann. Diese sind mit dem menschlichen Keratin identisch. Sie werden dem Shampoo beigegeben. Als Bruchstücke landen sie in deinem Haar. Wäschst du regelmäßig dein Haar mit solchen Shampoos, werden deine Haare etwas elastischer und reißfester. Der Hersteller verspricht dir, dass dein Haar tiefenwirksam repariert wird. Dem ist nicht so, denn der Wirkstoff wird wieder aus dem Haar gespült, wenn du ein anderes Shampoo verwendest. Außerdem sind die medizinischen Wirkstoffstudien sehr undurchsichtig.

Forscher von Universitäten können oft unbefangener über die Tricks der Kosmetikindustrie sprechen. Sie können die falschen Erwartungen der Kunden beim Namen nennen. Dabei wird schon die grundlegende Eigenschaft eines Shampoos – nämlich die Säuberung der Haare von Schmutz und Fett – infrage gestellt. Es ist ein großer Irrtum, dass das Shampoo zur Säuberung schäumen muss. Ganz im Gegenteil – der Schaum ist völlig unnötig. Würde auf schäumende Substanzen verzichtet werden, bräuchte man sehr viel weniger Shampoo. Schäumende Shampoos gibt es, weil du und andere Kunden genau das erwarten.

Schaum ist kein Schmutzlöser

Talg und Schmutzpartikel werden nicht durch den Schaum im Shampoo gelöst. Das übernehmen künstlich hergestellte Tenside. Chemiker können heute mit einer Mischung verschiedener Tenside sehr genau einstellen, wie gründlich oder mild das Shampoo reinigen soll. So enthalten Shampoos für fettiges Haar nur sehr wenig pflegende Stoffe. Das macht die Shampoos für die tägliche Reinigung besser geeignet. Was sie nicht können: Die Talgproduktion der Kopfhaut beeinflussen. Und genau das behauptet so mancher Hersteller. Obwohl es viele Versuche gab, das Nachfetten der Kopfhaut dauerhaft zu bremsen, überzeugt keiner davon. Du kannst nur dein Haar immer wieder waschen.

Haare waschen für gesundes Haar? Das funktioniert nicht!

Meist waschen wir uns die Haare aber gar nicht, weil sie schmutzig sind. Vielmehr verklickern uns die Hersteller, dass unser Haar durch häufiges Waschen gesünder wird. Der Trend heißt: „Pflegen auf Teufel komm raus!“. Shampoos, Spülungen, Kuren und all die anderen Haarpflegeprodukte sollen unser Haar gesund pflegen. Sie sollen schöner, kräftiger und gesünder aussehen. Haar kann aber gar nicht gesund oder krank sein.

Das, was wir als Haare bezeichnen, sind Hautanhangsgebilde. Sie bestehen aus verdrehten Eiweißmolekülen, dem Keratin. Sie sind spindelförmig angeordnet und versteifen sich dadurch. In die langen Hornfäden ist zwischen den Haarfasern Fette und Wasser eingelagert. Umhüllt wird jedes Haar von einer Schicht Hornschuppen.

Die Haare sind der Spiegel der Gesundheit

Auch wenn das Haar selbst nicht krank werden kann, so kann es doch Krankheiten anzeigen. Die Produktion von Haaren kann durch Medikamente, Krankheiten, Mangelernährung oder hormonelle Einflüsse beeinflusst werden. Diese Vorgänge können aber nicht durch Shampoo und Haarpflegeprodukte korrigiert werden. Äußerliche Mittel gegen Spliss und Haarausfall oder die Anti-Aging-Behandlung bringen also keine großen Erfolge. Haar, welches sich über der Kopfhaut zeigt, ist tote Materie. Ist die Haarstruktur einmal gebildet, kann sie nicht mehr beeinflusst werden. Gib dich also keinen großen Hoffnungen hin.

Das macht dein Haar unansehnlich

Äußerlich schädigst du dein Haar durch Föhnen, Rubbeln, UV-Strahlen, heiße Glätteisen, Färben und Dauerwellen. Dabei reißt die äußere Schuppenschicht auf – dein Haar verliert seine glatte Oberfläche und seinen Glanz. Das Kämmen wird schwerer und dein Haar nimmt immer mehr Schaden.

Genau da setzen Haarpflegeprodukte an. Silikone, die im Shampoo und in Spülung enthalten sind, bilden einen schützenden Überzug. Das hört sich zwar erst einmal gut an, belastet aber dein Haar zusätzlich. Der Glanz ist aber ein Versprechen, das realistisch ist. Allerdings würdest du wahrscheinlich das Haarpflegeprodukt nicht kaufen, wenn du wüsstest, dass Silikon dein Haar abdichtet. Deshalb haben die Produkte „Lockmittel“ wie Bambus, Kaschmir oder Ginseng im Inhalt. Das klingt gesund und super toll. Übrigens sind diese Stoffe wirklich im Shampoo enthalten. Die Mengen sind aber so gering, dass es nicht der Rede wert ist.

Außerdem ist die Schutzschicht nicht lange haltbar – und das aus gutem Grund. Würden bei jeder Wäsche etwas davon im Haar hängen bleiben, würde dein Haar immer schwerer werden. Die Haare pappen dann aneinander. Es gibt sogar Silikone, die nur dafür gemacht sind, das nasse Haar zu kämmen. Diese verdunsten innerhalb kurzer Zeit.

Hör auf deine Großmutter!

Auch wenn die Haarmode zu Großmutters Zeiten eine andere war – mit der Empfehlung, die Haare täglich zu bürsten und auf diese Art und Weise Schmutz zu entfernen, lag sie richtig. Deine Haare sind so sehr gut gepflegt und gesäubert.

 

Bildnachweise:

  • © Pixel-Shot – adobe.stock.com
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